Noch normal oder therapiebedürftig?

Herausforderungen und Konflikte sind Teil der normalen kindlichen Entwicklung. In Kindheit und Jugend finden so viele Veränderungen wie in keiner anderen Lebensphase statt. Gleichzeitig sind Kinder in bestimmten Phasen anfälliger gegenüber Störungen.

Deswegen zeigen alle Kinder manchmal ein "auffälliges" Verhalten, also Verhaltensweisen, die von den Eltern, dem Kind selbst oder anderen Personen als störend empfunden werden und deswegen besonders auffallen.

Wenn diese Phasen länger anhalten oder besonders ausgeprägt auftreten, könnte eine psychotherapeutische Behandlung sinnvoll und hilfreich sein.

Ebenso ist eine Psychotherapie möglich, wenn ein Kind in wesentlichen Lebensbereichen (z.B. in der Familie, bei Freunde, in Schule und Freizeit) altersentsprechende Erwartungen nicht mehr oder nur noch unter großer Anstrengung erfüllen kann.

Beispiele für psychische Störungen

Wenn Kinder ausgeprägte Ängste vor bestimmten Situationen zeigen (beispielsweise vor der Trennung von wichtigen Bezugspersonen oder sozialen Situationen), sprechen Psychotherapeuten von Phobien.

Eine depressive Verstimmung kann sich in bedrückter Stimmung, sozialem Rückzug, Mattigkeit und Lustlosigkeit bis hin zu Lebensunlust äußern.

Belastende Lebensereignisse und traumatische Erlebnisse (beipielsweise Verlusterfahrungen, Unfälle, Gewalterlebnisse) lösen bei manchen Kindern eine starke Verunsicherung aus, die sich in aufdrängenden, ängstigenden Erinnerungen, ständiger Anspannung oder emotionaler Verflachung äußert.

Unangemessener Umgang mit negativen Gefühlen oder Selbstwertprobleme können zu selbstverletzendem Verhalten ("Ritzen") führen.

Der übertriebene Wunsch nach Schlankheit führt manchmal zu Essstörungen mit ständiger Nahrungsverweigerung und Gewichtsreduzierung, oder Heißhungerattacken mit selbst herbeigeführtem Erbrechen.

Manche Kinder entwickeln Probleme im Sozialverhalten, sind übermäßig trotzig, streiten viel und verweigern sich Anforderungen.